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Das Achtzehnte Jahrhundert mit Black Powder

Mit Black Powder lassen sich Szenarien aus einer Zeitspanne von über 200 Jahren abdecken. In dieser langen Zeitspanne hat sich das Kriegswesen natürlich laufend verändert.

Mit dem Regelwerk Black Powder lassen sich tatsächlich alle Szenarien über diesen zeitraum bestens darstellen. Die Erweiterungsbände zu Black Powder liefern deshalb nicht nur Unmengen an Hintergrundmaterial, Szenarien und Armeelisten, sondern auch die jeweiligen Sonderregelen und Regelmodifikationen, welche die jeweilige Epoche charakterisieren.

Die Sonderregeln zum 18en Jahrhundert findet ihr in dem Erweiterungsband The Last Argument of Kings.

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Formationen

Häufig gehen Wagrmaer davon aus, dass es Formationen wie das Karree im 18en Jahrhundert noch nicht gabe. Das aber ist falsch!

Außer der Angriffskolonne gabe es im Achtzehnten Jahrhundert die selben Formationen, welche als charakteristisch für das Neunzehnte Jahrhundert gelten (Linie, Marschkolonne, Karree).

Das Karree

Die Infanterie des achtzehnten Jahrhunderts trat Kavallerieangriffen sehr selbstbewusst entgegen. Waren die Flanken der betroffenen Einheit gedeckt, und wurde diese frontal angegriffen, war die Infanterie meistens der Aufgabe gewachsen einen Kavallerieangriff auf sich frontal abzuwehren. Deshalb müssen im Falle eines Kavallerieangriffes lediglich isolierte Infanterieeinheiten ein Karree bilden. Alle Einheiten mit wenigstens einer gedeckten Flanke behalten die Formation bei und erwarten den Angriff (in der Regel in Linie). Wird eine isolierte Einheit attackiert muss diese ein Karree bilden.
Infanterie und Kavallerie sollten im Spiel, der Militärgeschichte entsprechend bewusst eingestzt werden. Aufgaben, Bewegung, Reaktionen, Erfolge und Positionierung der Einheiten zeigen sich also volkkommen anders, und die Spiele werden sich deshalb grundlegend anders gestalten.

Linienformation

Der militärische Drill war im Achtzehnten Jahrhundert noch schwächer ausgeprägt. Hunderte von Männern in Linie zu formieren war kein leichtes Unterfangen, schon gar nicht in der Hitze des Gefechts. Deshalb funktioniert das Umformieren in Linie nach The Last Argument of Kings etwas anders als im Grundregelwerk.

In Black Powder können Einheiten (grundsätzlich) direkt aus der Marschformation in Linie gehen. Hier funktioniert das anders: Die Einheit kann aus der Marschformation in Linie gehen, indem sie eine volle Bewegungsaktion darauf aufwendet um die MIniaturen um 90 Grad zu drehen. Eine nach Norden blickende Marschkolonne kann also nicht mit einer Aktion eine Linie von Westen nach Osten bilden. Die nach Norden blickende Marschkolonne dreht seine Miniaturen (Bases) nach Westen (links) oder Osten (rechts), und steht dadurch in Linie. Die Gefahr dabei ist natürlich, dass der Befehlswurf nur eine Aktion zur Verfügung stellt! Wehe, wenn diese Einheit (nach Westen oder Osten blickend), welche eben noch auf den Feind zumarschierte und ihm jetzt nach einer Aktion seine Flanke zeigt, nur eine Aktion zur Verfügung hat.

Was bedeutet das für das Spiel? Die Generäle tun gut daran ihre Einheiten in Linienformation zu bringen lange bevor der Feind in Angriffsreichweite ist!
Wie Sie sich leicht vorstellen können erschwert dieser Umstand auch ohne direkten Bedrohung die Bewegung der Armee erheblich.

Es empfiehlt sich deshalb die Einheiten durch Regimentsbefehle umzuformieren – werden die Einhieten einzeln befohlen, und werden (was der Normalfall ist) die Befehle unterschiedlich schnell durchgeführt (unterschiedliche Anzahl an Bewegungsaktionen nach dem Befehlswurf), entsteht schnell ein heiloses durcheinander. In diesem entstehenden Wirrwarr blockieren die Einheiten sich selbstverständlich empfindlich. Ein Gegner der ein solches Chaos beobachtet wird schnell vorrücken um die Armee zu überrumpeln.

Die historische Schwelle, nach der Einheiten direkt aus de rMarschkolonne in LInie gehen konnten ist der Siebenjährige Krieg, dort allerdings waren die Preussen den anderen Armeen weit voraus, weshalb auch in diesem Konflikt das nur die Preussen können. Nach dem Siebenjährigen Krieg hat sich dieser Drill als Standard weitgehend etabliert.

Waffentechnik

Der Ladevorgang der Feuerwaffen (Vorderlader) war in dieser Epoche noch sehr viel zeitaufwendiger. Auch das wird stimmig umgesetzt. Einheiten, die in diesem Spielzug noch feuern sollen, dürfen sich maximal eine Bewegungsaktion weit bewegen! Einheiten die sich zwei oder drei Aktionen weit bewegt haben können in dieser Runde nicht mehr feuern.

Das sollte im Spiel unbedingt bedacht werden …

Fazit

Uns macht Black Powder im Achtzehnten Jahrhundert sogar noch mehr Spaß als in den klassischen Epochen wie die Napoleonischen Kriege und der Amerikanischer Bürgerkrieg (die wir ansonsten spielen). Das Verhalten der Truppen ist hochinteressant und stellt die Spieler vor neue Herausforderungen. Die Umsetzung fühlt isch sehr realistisch und macht das Spiel taktisch noch anspruchsvoller.

Ich empfehle jedem, der irgendwie Zugriff auf Miniaturen hat die das Achtzehnte Jahrhundert darstellen, diese hochspannende Epoche (Hintergrund und Strategie) einmal anzutesten. Ein Armeeprojekt für diese Epoche lohnt sich mit Black Powder auf jeden Fall!

Bei unseren ersten Spielen in dieser Epoche haben wieder einmal erfreut festgestellt wie ausgefeilt das Black Powder Regelwerk ist. Wir sind begeistert!

The Last Argument of Kings ist ein absoluter Geheimtipp.

Besprechung Erweiterungsband Black Powder, The Last Argument of Kings

 

 

 

 

 

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