Die letzten Artikel

Social Justice Warrior: Wie „Tugendwächter“ dir dein Hobby nehmen wollen

Der Großmufti von Saudi-Arabien will das spielen von Schach verbieten lassen. Fromme Muslime könnten durch das Spiel von ihren Gebeten abgelenkt werden …

Dass es auch hierzulande Menschen gibt, die den brennenden Wunsch haben, durch Verbote Einfluss auf das Leben ihrer Mitmenschen auszuüben, zeigt der traurige Fall von der Leibnitz Universität in Hannover.

Dort wurde jüngst das Verbot des Schachspielens an der Universität als Antrag eingereicht. In internen Quellen, war die Rede davon, dass, wer beim Schachspiel erwischt werden würde, dieses dann vor dem verschlossenem Tor der Universität forsetzen könnte.

Der Fall wurde zum Glück öffentlich und auch von Mainstream-Medien aufgegriffen. Leider handelt es sich wie eine Mainstream-Quelle relativierend in den Raum stellt, weder um einen Scherz noch wurde der Antrag von lediglich zwei Studierenden gestellt.

Mitstudenten der Universität berichteten, dass es sich nicht um den Antrag zweier Studenten, sondern einer sehr umtriebigen, linksradikalen Gruppe innerhalb der Studierenden handelt – und keinesfalls als Scherz verstanden wurde, die Antragsteller vielmehr sehr fordernd auftraten!

Über diesen Antrag hatte die studentische Vollversammlung der Universität Hannover am 16. November zu befinden. Sie hat aber nicht darüber befunden, und zwar deshalb nicht, weil der Antrag, obwohl er vom AStA der Universität geprüft und zugelassen worden ist, gegen § 2 Abs. 2 Punkt g der Satzung der verfassten Studierendenschaft (SVS) verstößt, in dem eine „Förderung des freiwilligen Studierendensports“ verankert ist. Außerdem sah die Redeleitung der studentischen Vollversammlung einen Verstoß gegen § 2 Abs. 2 Punkt f, in dem die Unterstützung der musischen und kulturellen Interessen der Studenten verankert ist.

Quelle: https://sciencefiles.org/2016/11/28/schachverbot-maennlich-hegemonial-gewaltverherrlichend-schach-soll-an-der-uni-hannover-verboten-werden/

Das kann doch nicht wahr sein? Leider doch.

Beim lesennicht vergessen, der Antrag bezieht sich auf Schach, es geht nicht um Warmachine, Warhammer 40k, Kings of Waro oder Flames of War … es geht dabei um Schach.

Aus dem Antrag (Fehler und unkonsequente Gender-Markierungen* im Original):

3. Sexismus und patriarchale Strukturen
Die Figur/innenkonstellation*, bzw. FigurInnenkonstellation* ist im Schach nicht quotiert. Es existiert lediglich eine weibliche* Figur, die den König (hier fehlt ein *) beschützen muss und im Gegensatz zu ihm geschlagen werden kann! Insofern ist weder ein zahlenmäßiges noch rechtliches Gleichgewicht zwischen den angeblich einizgen beiden existierenden Geschlechtern gegeben.

5. Kriegsverharmlosung
Beim Schach erleben die SpielerInnen* den Krieg in einer abstrahierten Form. Dadurch entsteht ein positiv verzerrtes Weltbild, welches eine kritische Haltung langfristig erschwert.

7. Stärkung monarchistisch-militaristischer Denkstrukturen
Das gesamte Weltbild ist dabei auf eine einzige Person* (das Sternchen zeigt an dass das Wort Person kein Geschlecht implizieren soll und darf, welches ledigklich ein gesellschaftlich konditioniertes Rollenmuster darstelle) und deren militärische Erfolge ausgerichtet und nicht auf das höchstmögliche Gemeinwohl . Belange von Benachteiligten oder Minderheiten* sind nicht von Belang.

12. Pervertierung von Transsexualität
Im Schachspiel kommt ein Wechsel des Geschlehctes nur dann in Frage, wenn ein Bauer* das Ende des gegnerischen Spielfeldes erreicht und zur Dame`* wird. Die Umwandlung des Geschlechtes dient ausschließlich der Erhöhung der Bewegungsreichweite der Figur* und damit der miloitärischen Stärkung des Spieler*.Dadurch wird assoziiert dass sich die Wahl des Geschlechts dem Nutzen der Gesellschaf* unterzuordnen habe.

Das ist so verrückt dass es nicht wahr sein kann?

Wenn Sie die 12 Forderungen dieser Studierenden lesen, erfahren Sie weshalb das spielen von Schach nach u.a. Rassismus, Diskriminierung und die Pervertierung von Transsexualität fördere und deshalb verboten werden müsse, vorerst wenisgtens an „ihrer Uni“. Ich wünsche viel Vergnügen und gute Nerven …

Lesen Sie es selbst, und sie wissen woran Sie sind. Meine Lieblingspunkte sind definitiv Punkt eins und Punkt elf. Man kann es sich auch zur Aufgabe machen, die Gender-Kennzeichnung zu verstehen, welche keiner Konsequenz und Logik folgen. Und warum hat denn der König kein Sternchen bekommen? Die Welt versinkt im Chaos, und die halten Versammlungen ab, durch welche Verbotsmaßnahme sie noch schneller ihre Mitmenschen in die Form bringen können, in der sie in ihr Weltbild passen. Ich bin sprachlos …

Selbstzensur zwecklos

Es soll Menschen geben, die das Wargaming Hobby gerne in zwei Lager teilen – ein gutes und ein schlechtes. Wer sich aber freiwillig auf SciFi und Fantasy beschränkt, um einen möglichen Beigeschmack an seinem Hobby zu vermeiden, darf trotzdem nicht auf Absolution hoffen, schon gar nicht auf Schonung.

Wer denkt, das wäre jetzt aber doch etwas zu dick aufgetragen, der kann sich bei einem großen Hersteller aus Nottingham erkundigen, weshalb er die Arbeitskleidung in den Verkaufsstores – ausschließlich für Deutschland – geändert hat. Weil er nach einem feigen und brutalen Überfall von linksautonomen Schlägern auf einen seiner deutschen Mitarbeiter weitere Übergriffe verhindern wollte. Wer dann noch Zweifel hat, kann sich an die Inhaber zweier bekannter Hobbygeschäfte in Süddeutschland wenden, und sie danach befragen, wie das denn so war, als auf Denunziation hin, die Staatsmacht die Spielzeuggeschäfte durchwühlte, auf der Suche nach vermeintlich gefährlichen Spielsystemen.

Um einen Menschen zu überfallen um ihn krankenhausreif zu schlagen – nur weil ein Doppelkopfadler auf der Arbeitskleidung prangt – muss man schon unter einer Geisteskrankheit leiden und kriminell sein. Die Inhaber von Spielzeug-/Hobbyfachgeschäften zu denunzieren und ihre gesellschaftliche Existenz zu gefährden, weil dort Spielsysteme vertrieben werden, welche  das Thema Zweiter Weltkrieg thematisieren (wie hunderte PC- und Brettspiele auch), ist eine dumme und feige Tat.

Wir sollten aber nicht übersehen: An einer anerkannten Universität sitzen erarbeiten fanatisierte Kreise Verbotsanträge, um ihren Mitstudierenden das Schach spielen zu verbieten! Das ist eine neue Qualität. Die feigen Denunzianten, welche die Hobbygeschäfte schädigen wollten, hätten das nicht aufgrund der Tatsache getan, dass der Inhaber ein Schachspiel zum Verkauf anbietet. Und ich lann mir auch nicht vorstellen, dass die leide rnie ermittelten Täter in Düsseldorf, welche den Mitarbeiter eines Hobbygeschäfts fachkundig zusammenschlugen, diesen Angriff auf Grund der Tatsaache unternommenhätten, dass der Überfallene Schach spielt.

Sollten solche Forderungen salonfähig werden und diese Leute weiter Einfluss auf die Gesellschaft gewinnen, hilft auch die Auswahl oder Meidung verschiedener Epochen und Genres nicht.

Es gibt kein moralisch unbedenkliches, und ein moralisch bedenkliches Hobby im Hoby. Das ist eine substanzlose Selbsttäuschung, die auch die vermeintlich „moralisch Überlegenen“ im Hobby nicht von den Gedankenpolizisten von morgen retten wird, welche  aber die Hobbygemeinschaft spaltet und die Solidarität untergräbt! Im übrigen wird die Moral eines Menschen nicht an der Wahl seiner Spielsysteme sichtbar, sondern an seinem Charakter, und den Mitteln die er wählt, um seine Ziele zu verwirklichen.

Wer anderen aber seine  Meinung aufzwingen will, wer sich davon nicht frei machen kann, hat das demokratische Prinzip ohnehin nicht verstanden. Mit dem habe ich persönlich dann auch kein Mitleid, wenn solch einem „Tugendwächter“ – die eingebildete moralische Überlegenheit paart sich allzu oft mit dem völligen Unverständnis von demokratischen Werten – morgen dann von noch weiter moralisch überlegenen Tugendwächtern sein favorisiertes Spielsystem verboten wird – und wenn es nur Schach ist.

Jungs, das werden spannende Wochenenden werden, wenn ihr euch Bionade schlürfend euren Lan-Partys mit dem gender-gerechten Landwirtschaftsimulator* oder Windmühlen-Manager* hingebt – da wird auch garantiert nicht geschossen!

Ich überteibe? Keineswegs, ich wünschte dem wäre so: Bereits Mitte der Neunziger Jahre wurde durch einen „Lehrkörper“ bei der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Schriften ein Verbots- bzw. Indizierungsantrag gegen Warhammer Fantasy Battles gestellt. Hoffen wir dass die Mitarbeiter dort mittlerweile nicht in Rente sind bzw. noch lange im Amt bleiben.

Dieser Mann war mit seiner Meinung damals noch sehr einsam, und der Antrag wurde abgelehnt. Und vielleicht hat er seinen eigenen Söhnen damals, nachdem er ihnen die Warhammer-Miniaturen weggenommen hat, wohlwollend geraten: „Spielt doch stattdessen eine Runde Schach  …“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: